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Nabelbruch Op

Wann operiert man den Bauchnabelbruch?

Was ist ein Nabelbruch?

 

Der Nabelbruch ist eine sogenannte Hernie und wird auch als Nabelhernie, Bauchnabelbruch, Hernia umbilicalis oder Umbilicalhernie bezeichnet. Es handelt sich um Ausstülpung durch eine Bauchwandlücke im Bereich des Bauchnabels. Über diese Lücke (Bruchpforte) wölbt sich Gewebe aus dem Bauchinneren hervor. Dieses kann ein zartes Häutchen (Peritoneum), Bauchfett (Omentum majus) oder bei einem größeren Nabelbruch auch Darm sein.

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Wie sehen die Nabelbruch- Symptome aus?

 

Der Nabelbruch kann meistens gesehen werden, kann auch sehr groß werden als Geschwulst direkt am Bauchnabel.

Nur selten ist er so klein, dass er nicht sichtbar ist.

Beim Pressen wölbt er sich noch stärker hervor. Wenn der Austrittsort nicht zu eng ist, kann er sich beim Liegen zurück in den Bauch verlagern, er reponiert sich spontan.

Schmerzen sind meistens gering, können sich aber bei körperlicher Anstrengung verstärken (beim Pressen, Husten, schwerer körperlicher Tätigkeit).

Wenn der Austrittsort des Nabelbruchs sehr klein ist, kann es zu Durchblutungsstörungen kommen, der Nabelbruch ist eingeklemmt. Dadurch kommt es zu verstärkten Schmerzen. Der von der Blutversorgung abgetrennte bzw. eingeklemmte Organanteil kann absterben.

Dann kann es zu typischen Bauchbeschwerden kommen wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schmerzen.

Im Falle der Einklemmung mit nachfolgender Durchblutungsstörung reichen die Beschwerden von starken Schmerzen bis zum sogenannten akuten Abdomen mit bretthartem Bauch und Schock. Dies ist ein Notfall.

 

1.3.

Welche Risikofaktoren gibt es für den Bauchnabelbruch?

 

Alle Faktoren, die in der Bauchhöhle zu einem erhöhten Druck führen, können die Entstehung eines Nabelbruches fördern.

Darunter sind zu verstehen:

  • Schwere körperliche Tätigkeiten (schweres Heben und Tragen);
  • Starkes Übergewicht;
  • Schwangerschaften;
  • Intraabdominelle Krankheiten mit Aszitis (Bauchflüssigkeit);
  • Extreme sportliche Tätigkeiten (z.B. Gewichtheben);
  • Bindegewebsschwäche (als familiäre Veranlagung).

 

1.4.

Wie funktioniert die klassische Nabelbruch – OP?

 

Da die Wahrscheinlichkeit der Einklemmung beim Bauchnabelbruch recht hoch ist, ist die Indikation für eine Operation mit der Diagnosestellung gegeben.

Bei der Operation des Nabelbruches muss die Lücke in der Bauchdecke, durch die die Bauchorgane bzw. Anteile davon hindurchgetreten sind, verschlossen werden.

Der Schnitt erfolgt senkrecht durch den Nabel oder bogenförmig dicht am Rande des Nabelbruchs.

Der Nabelbruch mit Bruchsack muss bis zur Bruchpforte (Austrittsort des Nabelbruchs) freigelegt werden. Danach wird der Nabelbruch mit Bruchsack in die Bauchhöhle zurückgebracht und die Bruchpforte, deren Rand zirkulär freigelegt wurde, verschlossen – meistens durch Einzelnähte, Rückstich- oder U-Nähte. Verschiedene Verschlussmöglichkeiten sind möglich.

Danach erfolgt der schichtweise Wundverschluss. Dabei wird der Nabel rekonstruiert, eine Entfernung des Nabels ist kontraindiziert.

 

1.5.

Wann macht das Kunststoffnetz bei der OP Sinn?

Bei größeren Nabelbrüchen (Durchmesser der Bruchpforte mehr als 3 cm) sollte nicht nur eine Naht erfolgen. Durch den Druck in der Bauchhöhle kann es zum Ausreißen der Fäden und damit zu einem Rezidiv des Nabelbruches kommen.

Deshalb wird eine Verstärkung der Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz notwendig.

 

1.6.

Welche Komplikationen können auftreten wenn die Bauchnabel-bruchoperation nicht durchgeführt wird?

 

Von selbst heilt ein Nabelbruch nicht. Bei längerem Abwarten ohne Operation kann es zur Einklemmung von Anteilen des Bauchinhaltes kommen. Dieser Anteil ist dann nicht mehr durchblutet und kann absterben.

Durch das Absterben der eingeklemmten Organanteile (meistens Darm) kann der Nabelbruch auch aufbrechen – offener Nabelbruch. Jetzt wird dringend eine Operation notwendig, denn es entwickelt sich sicher eine Infektion, die in den inneren Bauchraum fortgeleitet werden kann –akutes Abdomen.

Deshalb sollte schon beim nachgewiesenen Nabelbruch auch ohne Beschwerden eine Operation durchgeführt werden.

 

1.7.

Was ist bei der Nachbehandlung zu beachten?

 

Nach der Operation eines Nabelbruches sollte der Patient ca. 6 Wochen keine größeren körperlichen Belastungen ausüben.

Dabei sind zu vermeiden:

  • Heben und Tragen schwerer Lasten;
  • Sportliche Tätigkeiten;
  • Starkes Pressen des Bauches (z.B. Stuhlgang);

Blähende Speisen sollten ebenfalls vermieden werden, da diese den Druck in der Bauchhöhle erhöhen und ein Rezidiv des Nabelbruchs begünstigen.

Bei größerem Befund ist auch das Tragen einer Leibbinde zur Kompression sinnvoll.

 

1.8.

Kann die Operation ambulant durchgeführt werden?

 

In der Regel kann die Operation ambulant durchgeführt werden, bzw. auch stationäre Behandlung ist möglich und indiziert bei größeren und eingeklemmten Nabelbrüchen.

Als Narkose steht Lokalanästhesie oder Vollnarkose zur Verfügung.

So sollten größere Nabelbrüche, insbesondere eingeklemmte Brüche und Nabelbrüche mit Vorerkrankungen, in Vollnarkose operiert werden.

Letztendlich kann der Patient mitentscheiden.

Zur Vorbereitung der Operation wird ein mildes Abführmittel verabreicht, außerdem eine Thromboseprophylaxe durchgeführt.

 

1.9.

Was sollte man über den Nabelbruch bei Babys wissen?

 

Bei Babys ist der Nabelbruch problemlos.

Es kommt in der Regel zu keinen Beschwerden, und der Nabelbruch bildet sich in den ersten Lebensjahren von selbst zurück. Eine Operation ist nicht notwendig.

 

1.10.

Was ist ein Narbenbruch?

 

Im Gegensatz zum Nabelbruch entsteht der Narbenbruch meistens nach großen offenen Bauchoperationen.

Obwohl streng darauf geachtet wird, dass die einzelnen Schichten der Bauchdecke fest verschlossen werden, keine Lücken verbleiben, kann durch Bindegewebsschwäche, durch Heilungsverzögerungen, Wundin-fektionen oder durch Flüssigkeitsansammlungen (Blut, Serom) in der Bauchhöhle mit erhöhtem Bauchinnendruck ein Bruch im Bereich der Narbe entstehen.

Operationstechnisch erfolgt die direkte Naht der Bruchpforte, aber häufiger als beim Nabelbruch wird zur zusätzlichen Stabilisierung ein Kunststoffnetz benutzt.

 

1.11

Was sollte man über den Nabelbruch in der Schwangerschaft wissen?

 

Durch den ständig steigenden Druck in der Bauchhöhle während der Schwangerschaft kann zu einer Nabelbruch kommen, bzw. ein kleiner Nabelbruch kann sich vergrößern, da sich die inneren Organe immer stärker gegen die Bauchwand pressen.

Durch die größer werdende Bauchhöhle wird der Abstand zwischen den Bauchmuskeln immer größer, das dazwischenliegende Bindegewebe ist schwach, sodass dort ein Nabelbruch entstehen kann.

Meistens ist der Nabelbruch während der Schwangerschaft problemlos, es besteht keine Indikation zur Operation. Der Nabelbruch bildet sich nach der Entbindung von selbst zurück.

Selten kann es zu Durchblutungsstörungen im Nabelbereich durch Einklemmung eines darin befindlichen Organanteils (Darm) kommen.

Dann bestehen auch die typischen Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und kolikartige Schmerzen.

Jetzt wird eine Operation dringend erforderlich.

 

1.12.

Was ist der Unterschied zwischen einem Bauchnabelbruch und einer epigastrischen Hernie?

 

Die epigastrische Hernie entsteht nicht direkt am Nabel, sondern in der senkrechten Linie zwischen Nabel und Schwertfortsatz. Sie wird auch Hernia ventralis genannt.

Es handelt sich um einen Bauchwandbruch in der Mittellinie des Bauches. Eine Schwachstelle in der Bauchwand (anatomische Lücke) verursacht den Bruch.

Meistens befindet sich im Bruchsack Omentum majus (großes Netz) oder Dünndarm.

Der Bauchwandbruch ist von außen gut sichtbar, es müssen auch hier nicht unbedingt Beschwerden bestehen.

Wegen des unschönen Anblickes sollte eine Operation durchgeführt werden durch Verschluss der Bruchpforte mit oder ohne Verwendung eines Kunststoffnetzes.